Aktuelles aus dem Infodienst „Migration, Flucht und Gesundheit“

Junge Geflüchtete erfolgreich ausbilden

Um ausbildendes Personal systematisch auf mögliche schwierige Alltagssituationen bei der Ausbildung von Geflüchteten vorzubereiten, hat die Fachstelle Übergänge in Ausbildung und Beruf (überaus) im BIBB in Zusammenarbeit mit dem Bildungsträger FRESKO e. V. ein Fortbildungskonzept entwickelt und erprobt. Dieses ist berufsübergreifend angelegt und knüpft unmittelbar an persönliche Erfahrungen und Erfordernisse aus der Ausbildungspraxis der Teilnehmenden an. In vier Modulen werden mögliche Ursachen von Konflikten differenziert untersucht und gemeinsam neue Handlungsoptionen erarbeitet.
Dies geschieht zum einen durch Wissenserwerb, z. B. zu rechtlichen Rahmenbedingungen, Fördermöglichkeiten sowie sprachlichen und kommunikativen Aspekten der Ausbildung. Zum anderen werden
persönliche Erfahrungen, etwa im Hinblick auf das eigene Rollenverständnis oder individuelle Interpretationsmuster, gemeinsam reflektiert. Das Konzept kann als Grundlage für die Entwicklung eigener
Fortbildungsangebote herangezogen werden.

Die Rolle von traumatischen Ereignissen und Traumafolgen
für die Arbeitsmarktintegration Geflüchteter

Im Rahmen des Beratungsnetzwerk BLEIB in Hessen II hat der Hessische Flüchtlingsrat eine Handreichung herausgegeben. Sie beleuchtet die Zusammenhänge zwischen traumatischen Erfahrungen und alltäglichen Schwierigkeiten bei der Arbeitsmarktintegration. Sie soll Berater und Beraterinnen darin unterstützen, Menschen mit psychischen Belastungen bedürfnisorientiert zu beraten. Die Wahrscheinlichkeit, dass traumatisierte Personen auf dem Arbeitsmarkt dauerhaft bestehen, soll mit diesen Handlungsempfehlungen erhöht werden.

Arbeitsmarktzugang und -förderung

Strukturelle Barrieren, zum Beispiel durch das Aufenthaltsrecht, erschweren geflüchteten Menschen eine berufliche Teilhabe. Einige von ihnen dürfen nicht arbeiten, andere sind voller Sorge, wie sie ihren Aufenthalt langfristig sichern können. Dieser aktualisierte Leitfaden soll einen Überblick in die aufenthalts- und sozialrechtlichen Besonderheiten beim Arbeitsmarktzugang und bei der Arbeitsmarktförderung von geflüchteten Menschen geben und dabei helfen, juristisch fundierte Beratung für die Zielgruppe zu gewährleisten.

Rahmenbedingungen des Arbeitsmarktzugangs
von Geflüchteten

Die Broschüre behandelt im ersten Kapitel die aufenthaltsrechtlichen Voraussetzungen für den Arbeitsmarktzugang von Asylsuchenden, von schutzberechtigten Personen sowie von Personen mit einer Duldung. Der zweite Abschnitt beschreibt die sozialrechtlichen Rahmenbedingungen und weist auf Förderprogramme hin, die die jeweiligen Gruppen beim Zugang zum Arbeitsmarkt unterstützen sollen. Für die Neuauflage wurde darüber hinaus ein neues Kapitel ergänzt, welches sich mit Duldungen bzw. Aufenthaltserlaubnissen befasst, die zum Zweck der Ausbildung und Beschäftigung erteilt werden können.

Ohne sie geht nichts mehr: Welchen Beitrag leisten Migrantinnen/Migranten und Geflüchtete zur Sicherung
der Arbeitskräftebedarfe in Fachkraftberufen in Deutschland?

Aufgrund sinkender Geburtenraten und der Abnahme der arbeitsfähigen Bevölkerung gewinnen Migrantinnen und Migranten an Bedeutung für den deutschen Arbeitsmarkt. 2020 deckten bereits etwa 4,1 Millionen Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit den Fachkräftebedarf am deutschen Arbeitsmarkt. Die vorliegende Studie, die das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung des IW Köln im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung erstellt hat, zeigt: Migrantinnen und Migranten stellen mittlerweile einen ganz erheblichen Anteil der Arbeitskräfte auf Fachkraftniveau in Deutschland, und auch Geflüchtete sind zunehmend präsent in diesen Berufen. Die Studie gibt einen detaillierten Blick in die Situation jedes einzelnen Bundeslands und die jeweils zehn Berufe mit der größten Fachkräftelücke. Auch zeigt sie auf, dass – gerade für die sogenannten Engpassberufe – Migrantinnen und Migranten sowie Geflüchtete eine zunehmend wichtige Rolle auf dem Arbeitsmarkt und damit auch für die Wirtschaft spielen.

Wir schaffen das!
Zivilgesellschaftliches Engagement und die soziale Integration von
Geflüchteten. Eine empirische Analyse für die Jahre 2016 bis 2019.

Die Zivilgesellschaft hat bei der Bewältigung der Fluchtmigration in den letzten Jahren eine wichtige Rolle gespielt. Diese Kurzexpertise untermauert die Bedeutung von ehrenamtlichem Engagement für die Integration von Geflüchteten mit repräsentativen Zahlen.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Unterstützung durch Ehrenamtliche sich auch in einem verbesserten Zugang zu staatlichen Leistungen für Geflüchteten niederschlägt. Lokale zivilgesellschaftliche Akteure stellen eine wichtige Ergänzung zu öffentlichen Hilfsangeboten dar und sollten eng in die Integrations- und Sozialpolitik eingebunden werden.

Willkommenskultur zwischen Stabilität und Aufbruch
Aktuelle Perspektiven der Bevölkerung auf Migration und Integration in Deutschland

Die Beurteilung von Migration und Integration in Deutschland hat sich erneut leicht verbessert. Dabei spielen insbesondere die Chancen, welche die Zuwanderung der Wirtschaft bietet, eine Rolle. Das geht aus einer neuen Studie zur Willkommenskultur der Bertelsmann-Stiftung hervor. Demnach sind 68 Prozent der Befragten der Ansicht, Zuwanderung bringe Vorteile für die Ansiedlung internationaler Firmen. 65 Prozent erwarten eine geringere Überalterung der Gesellschaft, 55 Prozent einen Ausgleich für den Fachkräftemangel und 48 Prozent Mehreinnahmen für die Rentenversicherung.

Migrationsbericht der Bundesregierung 2020

Der Migrationsbericht der Bundesregierung verfolgt das Ziel, durch die zusammenfassende Bereitstellung möglichst aktueller, umfassender und ausreichend detaillierter statistischer Daten über Migration aus verschiedenen Quellen Grundlagen für die Entscheidungsfindung von Politik und Verwaltung im Bereich der Migrationspolitik zu liefern. Zudem soll die Öffentlichkeit über die Entwicklung des Migrationsgeschehens informiert werden.
Der Migrationsbericht beinhaltet einen Überblick über das gesamte Wanderungsgeschehen in Deutschland (Kapitel 1) inklusive der EU-Binnenmigration (Kapitel 2) und eine detaillierte Darstellung der verschiedenen Migrationsarten (Kapitel 3). Weiterhin geht der Bericht auf die Abwanderung von deutschen und ausländischen Staatsangehörigen (Kapitel 4) und das Migrationsgeschehen im europäischen Vergleich ein (Kapitel 5). Er behandelt das Phänomen der irregulären Migration (Kapitel 6) und informiert über die Struktur und Demografie der Bevölkerung mit Migrationshintergrund bzw. der ausländischen Bevölkerung in Deutschland (Kapitel 7 und 8). Dabei wird in den jeweiligen Kapiteln auf die Bedeutung der zugrunde liegenden Statistiken und die Grenzen ihrer Aussagefähigkeit eingegangen. Zudem werden die Rechtsgrundlagen der einzelnen Migrationsformen, aktuelle Rechtsänderungen und relevante Gerichtsurteile dargestellt.

Fakten statt Stimmungslage – Malteser Migrationsbericht 2021

Der Malteser Migrationsbericht beleuchtet das Migrationsgeschehen in Deutschland. Wie wirkt sich Migration auf die Entwicklungen am deutschen Arbeitsmarkt aus? Welche Rolle spielt Menschenhandel in Deutschland – und was hat das mit Migration zu tun? Und welchen Einfluss hat die Corona-Pandemie auf das Migrationsgeschehen und die Integration von Zugewanderten?

Dokumentation BumF-Herbsttagung 2021

Die letztjährige Herbsttagung des Bundesfachverbands unbegleitete minderjährige Flüchtlinge stand unter dem Motto „Gut vernetzt – wo steht die Arbeit mit jungen Geflüchteten?“ Durch sinkende Fallzahlen vor Ort, damit Abbau von Strukturen und Expertise, Einzelkämpfertum und coronabedingten Wegfall von Arbeitsgruppen und Fachgremien hat die Vernetzung vor Ort gelitten. Wir wollten gemeinsam schauen, welche Vernetzungsstrukturen und -angebote es wo (noch) gibt, wovon wir auch überregional profitieren könnten und wie wir gute Strukturen stärken könnten. Im Fokus stand zudem die Situation von jungen volljährigen Geflüchteten, da dies eine stetig wachsende Gruppe mit ganz eigenen Bedarfen und Voraussetzungen für Betreuung und Beratung ist. Mehr noch als bei Minderjährigen greifen hier aufenthaltsrechtliche und jugendhilferechtliche Aspekte ineinander und bestimmen den Alltag von jungen Menschen und Betreuungssettings.

Die elektronische Gesundheitskarte für Asylsuchende

Dieser Policy Brief zum Thema elektronische Gesundheitskarte für Asylsuchende fasst die wissenschaftliche Evidenz zu Auswirkungen der Einführung einer eGK für diese Personengruppe zusammen, dient v.a. der schnellen Informierung von Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger und kann als Argumentationsgrundlage genutzt werden. Es werden empirische Erkentnisse zu den Auswirkungen auf die Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen, auf Gesundheitsoutcomes sowie auf Kosten und administrative Prozesse dargestellt.

Folgeanträge von afghanischen Staatsbürgerinnen
und Staatsbürgern in Deutschland im Lichte
der Machtübernahme der Taliban

Der Deutsche Caritasverband hat Informationen zu möglichen
Asylfolgeanträgen afghanischer Staatsangehöriger
veröffentlicht.

Gerade bei Personen aus Afghanistan, deren Asylanträge in der Vergangenheit abgelehnt wurden, drängt sich aufgrund der jüngsten Ereignisse die Frage auf, ob ein erneuter Asylantrag sinnvoll sein könnte oder nicht. Erläutert werden dabei auch mögliche aufenthaltsrechtliche Folgen, die sich aus einer Asylfolgeantragstellung ergeben können, etwa für bestehende Aufenthaltstitel bzw. für die Wartezeiten, die beispielsweise bei der Beschäftigungsduldung gelten.

Zukunft für Geflüchtete in ländlichen Regionen

Wenn Schutzsuchende nach Deutschland kommen, werden sie nach bestimmten Quoten auf die Länder und Kommunen verteilt.
Dabei werden keineswegs nur urbane Räume ausgewählt, sondern auch ländliche Regionen. Auf diese Weise soll die Aufgabe der Auf-
nahme und Integration Geflüchteter auf viele Schultern verteilt werden. Wenn allerdings politisch über Herausforderungen oder erfolg-
versprechende Ansätze bei der Integration diskutiert wird, wird auf Erfahrungen aus dem städtischen Kontext Bezug genommen.
Eine derart „urbanisierte“ Integrationspolitik funktioniert jedoch nur eingeschränkt für Herausforderungen in ländlichen Regionen.
Manche Herausforderungen – wie beispielsweise die Gewährleistung von Mobilität – stellen sich in Städten in dieser Form überhaupt
nicht. Es ist daher an der Zeit, ländliche Integrationsarbeit auf Basis empirischer Befunde aus ländlichen Regionen zu diskutieren.
Das vorliegende Papier setzt hier an und entwickelt in 15 übergreifenden Themenfeldern (darunter: Zugang zum Gesundheitswesen) Handlungsempfehlungen, mit denen sich die Integrationsarbeit für Geflüchtete in ländlichen Regionen verbessern lässt. Grundlage sind umfassende empirische Daten aus dem interdisziplinären Verbundforschungsprojekt „Zukunft für Geflüchtete in ländlichen Regionen Deutschlands“.